Coronamaßnahmen

Liebe Kunden, aktuell steigen die Infektionszahlen wieder deutlich an und es ist ungewiss, wie es in den nächsten Monaten weitergeht. Grundsätzlich kann man aber wohl sagen, dass wir alle dazu beitragen können, einen weiteren „Lockdown“ zu verhindern, indem wir uns alle bemühen, das Verbreitungsgeschehen durch sinnvolle Maßnahmen zu verlangsamen.
Da es in der kalten Jahreszeit wie immer zunehmend voller in der Halle wird, ist es unbedingt notwendig, sich Gedanken zu machen, was wir als Hallenbetreiber und Ihr als Kunden für Maßnahmen ergreifen könnt. Unsere Überlegungen dazu möchten wir hier mit Euch teilen.
Zunächst ist es uns sehr wichtig darauf hinzuweisen, dass wir uns strikt an die jeweils gültige Landesverordnung halten und es auf dieser Seite nur um ZUSÄTZLICHE Maßnahmen geht, die wir FREIWILLIG ergreifen.

UPDATE: Ab sofort gilt in der gesamten Anlage eine generelle Maskenpflicht. Davon ausgenommen ist nur das unmittelbare Bouldern, also wenn Ihr tatsächlich an der Wand klettert. Ansonsten gilt überall in der Anlage – auch auf den Matten eine Maskenpflicht.

Uns ist bewusst, dass es einige Kunden gibt, die strikt gegen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung sind. Angesichts der aktuell stark ansteigenden Fallzahlen sehen wir diese Maßnahme aber leider als unumgänglich an.
Das Abstandsgebot bleibt selbstverständlich trotzdem weiter bestehen, ebenso wie alle anderen Hygienemaßnahmen.
Bitte helft mit, den Nordbloc weiter offen zu halten und haltet alle Regeln ein. Gemeinsam können wir hoffentlich eine erneute Hallenschließung abwenden.

Im Folgenden werden mögliche Maßnahmen aufgezählt und jeweilige Vor- und Nachteile angesprochen. Vorweg müssen wir aber noch erläutern, was es denn eigentlich mit der Wirtschaftlichkeit der Anlage auf sich hat.
Der Nordbloc ist an sich eine gut laufende Boulderanlage. Ja, wir erwirtschaften normalerweise Gewinn. Wer sich daran stört, dem sei ans Herz gelegt, sich selber selbstständig zu machen um zu sehen, was da alles dranhängt. Es wird oft vergessen, dass eine Firma wie der Nordbloc nicht irgendein diffuses, nicht greifbares „Wirtschafts-Irgendwas“ ist, sondern die Selbstständigkeit von Privatpersonen. Alle Risiken, die das Betreiben einer solchen Unternehmung mit sich bringen, betreffen direkt die Inhaber, Betreiber und Angestellten des Unternehmens und deren Angehörige. Der Arbeitsaufwand und persönliche Einsatz, der hinter dieser Unternehmung steckt ist für viele offenbar schwer nachvollziehbar, aber es sei Euch versichert: er ist sehr, sehr groß. Die möglichen Risiken, die den Erfolg des Nordblocs gefährden sind zahlreich und oft unabsehbar, wie die aktuelle Situation durch Corona und Extremsituationen wie die Zwangsschließung der Anlage im Frühjahr zeigt. All dieser Aufwand und all diese Risiken lohnen sich nur, wenn eine solche Unternehmung auch voraussichtlich Gewinn erwirtschaftet. Vermutlich arbeitet so ziemlich niemand freiwillig und ohne Lohn. Der Lohn von Inhaber und Geschäftsführung und indirekt auch der aller anderen Angestellten hängt unmittelbar vom Gewinn der Unternehmung ab.
Der Gewinn entsteht aus der Differenz aller Einnahmen zu allen Ausgaben. Das bedeutet, dass wir im Durchschnitt bei jedem „Eintritt“/Besuch eines Kunden mehr Geld einnehmen müssen, als wir für den Betrieb der Anlage pro Eintritt ausgeben, um einen „Gewinn“ zu erzielen. Diese Differenz von Einnahmen zu Ausgaben sei hier Marge genannt (falls dem einen oder anderen BWLer die Haare zu Berge stehen – es geht um eine möglichst verständliche Erklärung, nicht um fachliche Korrektheit). Die Marge kann man auch als Prozentzahl des Umsatzes betrachten. Wenn ein Eintritt z.B. 10,-€ einbringt und die Ausgaben dafür nur bei 6,-€ liegen (schön wärs…), würde die Marge 4,-€ betragen und als Anteil des Umsatzes also bei 40% liegen.
In Wirklichkeit liegt die Marge aber natürlich leider nicht bei 40%, sondern ist erstaunlich klein. Dass der Betrieb der Anlage sich insgesamt normalerweise trotzdem lohnt, liegt daran, dass der Gesamtumsatz durch die hohen Eintrittszahlen so hoch ist und daher auch ein kleiner Prozentsatz als Marge am Ende einen akzeptablen Gewinn bedeutet.
Die Kehrseite einer kleinen prozentualen Marge ist aber, dass selbst bei einer relativ kleinen Reduzierung des Umsatzes (wenn z.B. weniger Kunden zu uns kommen) die Marge schnell negativ wird, da die Ausgabenseite nicht gleichzeitig auch reduziert werden kann (die Kosten des Betriebs hängen nur sehr unwesentlich von der Zahl der Kunden/Eintritte ab).
Soll heißen: Wenn die Zahl der Eintritte sinkt, macht das Unternehmen sehr schnell Verlust. Und das bedeutet nicht, wie offenbar weit verbreitet angenommen wird, dass solche Verluste irgendwie steuerlich abgesetzt werden können und das am Ende eigentlich garnicht schlimm ist. Nein, das bedeutet ganz einfach, dass uns das Geld durch die Finger rinnt, wir unsere Rücklagen aufbrauchen und letztendlich kein Geld mehr haben und pleite gehen. Im Frühjahr war es z.B. ziemlich knapp. Natürlich könnte man in einer Notsituation dann ein Darlehen aufnehmen, das verschiebt das Problem aber nur in die Zukunft, weil das Geld ja immernoch fehlt und das Darlehen zurückgezahlt werden muss.
Bitte behaltet diese Erklärung im Kopf, wenn Ihr die verschiedenen möglichen Maßnahmen bewertet.

Auch ein wichtiger Punkt: Eine Verbreitung durch Schmierinfektion über unbelebte Oberflächen / die Klettergriffe ist laut diverser Studien nahezu ausgeschlossen, also vernachlässigbar.


So, hier jetzt endlich die Liste mit möglichen Maßnahmen:

  • Lüften: Lüften wird als wirkungsvolles Mittel angepriesen und wir Lüften zur Zeit noch durchgehend. Zusätzlich zur Lüftungsanlage sind also wann immer möglich Eingangstür, Rolltor und Fenster geöffnet. Je kälter es wird und je öfter es regnet, desto schwieriger wird es, das aufrecht zu erhalten.
  • Mindestabstand von 1,5m einhalten: grundsätzlich muss dieser Abstand ohnehin eingehalten werden, die Praxis zeigt aber, dass das natürlich nicht immer hundertprozentig passiert. Wir haben nicht die Möglichkeit, die Einhaltung in der gesamten Halle durchzusetzen (das haben wir anfangs versucht, es hat sich aber als unmöglich erwiesen). Außerdem halten sich auch bei Einhaltung des Mindestabstands immernoch alle Personen im selben Innenraum auf. Die Verbreitung durch Aerosole ist also immernoch möglich.
  • Begrenzung der maximalen Personenzahl: tatsächlich gibt es die schon, seitdem wir im Mai wieder öffnen durften. Die maximale Personenzahl liegt bei 160 Personen und wurde bisher selbst an den vollsten Tagen nicht erreicht. Trotzdem ist es subjektiv betrachtet teilweise recht voll. Die Personenzahl müsste also ganz erheblich gesenkt werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Wie viele Personen gleichzeitig wären denn überhaupt sinnvoll? Da unsere Personenbegrenzung ohnehin schon unter dem zulässigen Wert liegt und wir diese Anzahl dann nichtmal erreichen, stellt sich die Frage, was eigentlich sinnvoll ist. Wer bewertet das? Gibt es überhaupt eine Möglichkeit das zu bewerten? Es ist natürlich auch nicht so, dass z.B. das Infektionsrisiko direkt über dem Grenzwert 100% und direkt darunter 0% beträgt, sondern es gibt irgendeinen Verlauf der Infektionswahrscheinlichkeit, der aber vermutlich von so vielen Faktoren abhängt, dass er selbst ganz grob nur schwer zu bestimmen wäre.
    Angenommen, wir würden eine maximale Personenzahl finden, die allgemein als „sinnvoll“ erachtet würde. Würde diese Zahl dazu führen, dass wir Kunden wieder nach Hause schicken müssen, weil die maximale Anzahl erreicht ist, hätte das gravierende Auswirkungen. Zum einen würde das ziemlich sicher einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlage direkt unmöglich machen, weil dann der Umsatz zu stark sinkt. Zum anderen hätte das vermutlich auch langfristig sehr negative Auswirkungen, da vermutlich viele Kunden verärgert wären und langfristig nicht wiederkommen würden. Bitte beachtet dabei, dass ein sehr großer Teil unserer Kunden nicht aus den Hardcore-Boulderern besteht, sondern aus Gelegenheitskunden. Soll heißen: es ist nicht so, dass „die ja eh keine andere Wahl haben“, weil es keine andere Boulderhalle gibt, sondern diese Kunden machen dann halt eine andere Freizeitbeschäftigung, wenn wir sie „vergraulen“.
  • „Ampel“ oder Zähler auf der Homepage, die anzeigt, wie voll es gerade in der Halle ist: Die Idee ist, dass sich Kunden vor dem Besuch informieren können, wie voll es bereits in der Halle ist und ggf. Ihren Besuch verschieben.
    Leider können die wenigsten Kunden den Zeitpunkt Ihres Besuchs flexibel verlegen. Nicht umsonst ist es abends zwischen 17 und 20 Uhr in der Regel am vollsten – da haben halt die meisten Feierabend.
    Außerdem würde eine solche Ampel/Zähler ja immer nur den aktuellen Stand anzeigen. Von dem Zeitpunkt, an dem der Kunde nachschaut bis zu dem Zeitpunkt, an dem er tatsächlich vor Ort wäre, vergeht evtl. so viel Zeit, dass die Situation schon wieder eine ganz andere wäre.
    Rein technisch ist diese Lösung auch schwer umsetzbar, weil sie nur funktionieren kann, wenn sich ALLE Kunden nach Ihrem Besuch aus-checken. Das wäre rein organisatorisch schon nicht wirklich umsetzbar, da der Tresen auch ohne den Check-Out in der Regel ausgelastet ist. Zusätzlich bestünde das Problem, dass die Ampel/Zähler keinen verlässlichen Wert anzeigen würde, wenn sich z.B. auch nur 10% der Kunden nicht auschecken. Somit würde die Halle evtl. als voll angezeigt, obwohl sie das garnicht ist.
  • Zeitslots zum vorab Buchen: Grundsätzlich würde soetwas nur Sinn machen, wenn die Personenanzahl der Zeitsolts so klein gewählt werden würde, dass das Infektionsrisiko „sinnvoll“ kleiner wäre. Das Problem dabei siehe zweiter Punkt („Begrenzung der Personenzahl“). Es entstehen auch alle weiteren Probleme wie oben aufgeführt.
    Zusätzlich gibt es organisatorische Hürden: Der Checkin am Tresen würde durch den nötigen Abgleich mit den Reservierungs-/Buchungslisten stark verlangsamt. Es könnte nicht mehr gewährleistet werden, dass die Kunden nicht Ewigkeiten vor der Tür warten müssen und ggf. sogar Ihren Zeitslot nicht einhalten können.
    Gleichzeitig zeigt sich leider, dass es mit der Zeit immer mehr dazu kommt, dass Kunden sich Zeitslots buchen, sie aber letztlich garnicht nutzen, sodass die Halle theoretisch ausgebucht ist und andere Kunden nicht die Möglichkeit haben, zum Bouldern zu kommen, tatsächlich aber noch viel Platz wäre.

Zusammengefasst bleibt also zu sagen: Wir haben uns sehr viele Gedanken gemacht und suchen permanent nach anderen Lösungen, haben bisher aber noch nicht die perfekte Lösung gefunden. Wir halten uns natürlich wie oben geschrieben strikt an die Vorgaben der Landesverordnungen und darüber hinaus und vertrauen darauf, dass auch alle Kunden an einem Strang ziehen, um die Infektionszahlen möglichst gering zu halten.
Liebe Grüße,
Arne und das Nordbloc-Team